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Stromversorgung |
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Die Schweriner Straßenbahn wird
wie fast alle elektrischen Nahverkehrsmittel weltweit mit Gleichstrom betrieben.
Die Entscheidung für den Gleichspannungsbetrieb liegt fast 100 Jahre zurück.
Damals konnte auf den Fahrzeugen eine Umwandlung von Wechselspannung in
Gleichspannung weder wirtschaftlich noch räumlich realisiert werden. Für den
Fahrbetrieb von Straßenbahnen oder Vorortbahnen hat jedoch ein
Gleichspannungsmotor die beste Charakteristik. Außerdem konnte man die
Motordrehzahl technisch sehr einfach über Vorwiderstände regeln. Heute rüsten
die Hersteller die Straßenbahnfahrzeuge meist mit Drehstrommotoren aus. Im
Gegensatz zum Gleichstrommotor hat der Drehstrom-Asynchronmotor ein
günstigeres Masse-Leistungs-Verhältnis. Dies heißt, große Antriebsleistung
bei kleinem Volumen und etwa einem Drittel geringerer Masse. Daraus ergibt
sich eine größer konstruktive Freiheit im verfügbaren Raum. des Fahrwerkes,
was gerade bei Niederflurbahnen besonders wichtig ist. Ein großer Vorteil ist
der geringe Wartungsaufwand, da es außer den Rollenlagern keine
rotierende und verschleißende Teile gibt. Der größere nutzbare Drehzahlbereich,
sowie die Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und Schmutz sind weitere
Vorzüge. Dazu wird auf den Fahrzeugen die Gleichspannung in Drehstrom
umgewandelt. Nachteil der Gleichspannung sind die im Verhältnis zur
Wechselspannung großen Übertragungsverluste. Deshalb ist der Abstand der
Unterwerke und der Einspeisepunkte bei Straßenbahnbetrieben deutlich kürzer
als bei Eisenbahnstrecken, die mit Wechselspannung elektrifiziert sind. |
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In Schwerin beträgt die Spannung zwischen 660 Volt in den älteren
Gleichrichterunterwerken und 720 Volt in den neueren
Gleichrichterunterwerken. Dabei sind Differenzen von +20 bis -30% zulässig.
Der Bahngleichstrom ist nicht absolut gleichgerichtet, sondern besitzt einen
geringen Anteil an Oberwellen. |
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In den Gleichrichterunterwerken
formen Transformatoren aus dem Drehstrom mit einer Spannung von 20 kV, der
von den Stadtwerken Schwerin bezogen wird, den für den Fahrbetrieb erforderliche Gleichstrom. Jedem
Transformator ist ein Silizium-Gleichrichter nachgeschaltet, der den herabgespannten Drehstrom in Gleichstrom wandelt. Je nach
Größe des zu versorgenden Bahnnetzbereiches und der Belastung sind die
Unterwerke mit unterschiedlich vielen Transformator-Gleichrichtereinheiten
ausgestattet. Alle speisen eine gemeinsame Gleichspannungssammelschiene. Eine
weitere so genannte Umgehungssammelschiene dient als Reserve. Die
Sammelschienenspannung liegt wegen den Übertragungsverlusten max. 20% über
der Nennspannung. Eine weitere Sammelschiene, die Rückleitungssammelschiene, ist
mit den Schienen der einzelnen Speiseabschnitte verbunden. Die einzelnen
Speiseabschnitte werden über Gleichstromschalter versorgt. Für Reservezwecke
dient ein zusätzlicher Streckenersatzschalter. |
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Die Gleichrichterunterwerke sind
durch Lichtwellenleiterkabel mit dem Betriebshof verbunden und hiermit
ferngesteuert, überwacht und geschaltet werden. |
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Durch die völlige Erneuerung des
Wagenparks finden seit einigen Jahren erhebliche Investitionen, die auch in
den nächsten Jahren fortgeführt werden, in die Stromversorgung der Schweriner
Straßenbahn statt. Die früheren Tatrafahrzeuge benötigten beim Anfahren
kurzzeitig sehr viel Strom. So war die Stromversorgung bisher von relativ
kurzen Speiseabschnitten mit jeweils zwei parallel geschalteten Einspeisungen
gekennzeichnet. Auf besonders stark belasteten Strecken sind für jede
Richtung eigenständige Speiseabschnitte vorhanden. Mit der Einführung der Choppersteuerung in diesen Fahrzeugen war es nun möglich
die beim Bremsen entstehende Energie nicht einfach in Wärme umzuwandeln,
sondern konnte diese in das Fahrleitungsnetz zurückspeisen. Dies funktioniert
aber nur, wenn der zurückgespeiste Strom sofort
z.B. von einem anderen Fahrzeug verbraucht wird. Dies ist aber bei den kurzen
Speiseabschnitten eher selten der Fall. So begann der Nahverkehr nach und
nach die Speiseabschnitte im Rahmen von Neu- oder Umbauten der
Gleichrichterunterwerke zu verlängern. Mit der neuen Technik in den
Unterwerken ist es nun auch möglich einen Speiseabschnitt von zwei
benachbarten Unterwerken gleichzeitig zu speisen. Dabei ist sichergestellt,
dass beide Unterwerken bei Netzüberlastung (z.B.
Kurzschluss) gleichzeitig die Stromversorgung des betreffenden Abschnittes
unterbrechen. |
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Im Jahre 2006 fand die Erneuerung
der gesamten Fahrleitung zwischen Schleife Berliner Platz (ausschließlich)
und der Schleife Hegelstraße (einschließlich) statt. In dessen Ergebnis
verblieb das Stumpfgleis in der Hegelstraße ohne Fahrleitung. Weiterhin wurde
die richtungsbezogene Einspeisung zwischen etwa Neu Zippendorf und etwa
Keplerstraße aufgegeben und die Speiseabschnitte vergrößert. Nun sind noch
fünf Speiseabschnitte (74, 76, 79 und 83) vorhanden von denen die Einspeisung
noch von den alten stehen gebliebenen Masten erfolgt. Die Einspeisung des
fünfen Abschnittes (84) erfolgt bereits von einem neuen Mast, da an dieser
neuen Stelle bisher keine Einspeisung vorhanden war. Die Schaltkästen der
Einspeisungen 75, 77, 78, 80, 81 und 82 sind noch vorhanden aber nicht mehr
mit der Fahrleitung verbunden. Am 18. Dezember 2009 wurde das neue Unterwerk Lomonossowstraße in Betrieb genommen. Nun gibt es nur
noch 3 Speiseabschnitte (ausschließlich Berliner Platz – Brücke Lomonossowstraße, Brücke Lomonossowstraße
– Hegelstraße und Wendeschleife Hegelstraße. |
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Mit Inbetriebnahme des
eingleisigen Abschnittes über die Behelfsbrücke An der Crivitzer Chaussee
musste in diesem Bereich die Fahrleitung der neuen Gleislage angepasst
werden. Die Masten 054 bis 058 standen auf der abzureisenden Brücke oder
waren der neuen Gleislage im Weg. Sie wurden abgebaut. Ersatzweise wurden 10
neue Masten (B01 bis B10) aufgestellt und verdrahtet. Der Mast B10 übernahm
den Trenner inklusive der Mastschalter vom Mast 058. Da dieser Trenner im
Regelfall überbrückt geschaltet ist, wurde der Trenner mit einem Kabel fest
überbrückt und die angebrachten Mastschalter sind ohne Funktion. |
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Einspeisung mit Streckentrenner in der Lübecker Straße nähe Platz der
Freiheit |
In Schwerin existieren zur Zeit folgende Unterwerke:
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Unterwerk |
Inbetriebnahme |
Einspeisungen |
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Lankow |
18.07.2002 |
E28, E27.1 |
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Fliederberg |
21.10.1999 |
E27, E26 |
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Platz der Freiheit |
08.09.2000 |
E26.1, E25, E20.1 |
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Wismarsche Straße |
02.03.2005 |
E24, E23, E22, E21 |
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Lobedanzgang |
23.12.1996 |
E20, E19, E18, E17 |
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Slüterufer |
26.02.2004 |
E15, E17.1, E16 |
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Gartenstadt |
04.06.2008 |
E16.1, E6, E7.1 |
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Berliner Platz |
11.06.2008 |
E6.1, E5 |
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Lomonossowstraße |
15.12.2009 |
E5.1, E4, E3 |
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Haselholz |
18.07.2002 |
E7, E8, E36, E37, E39,
E40, E41 |
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Krebsförden |
??.09.1979 |
E46/E47, E48/E49,
E50/E51, E52/E53 |
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Schwerin Süd |
??.09.1979 |
E54/E55, E56/E57, E58 |
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Zur besseren Veranschaulichung der einzelnen Speiseabschnitte geht es hier zu einer Grafik als PDF-Datei. |
©
20.04.09